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Mitgefühl – nix für schwache Nerven?

Mitgefühl hat bei uns hier im “Westen” etwas Schlagseite. Das Mit-leid ist eine gelebte christliche Tugend, eigentlich eine katholische Tugend. Mit Jesus Christus leiden, das Kreuz tragen, “es is a Kreuz”, usw. 

Damit ist eine bestimmte Annäherung an den Begriff des Mitgefühl vorgegeben. Es ist natürlich rational verständlich ist, dass mit-fühlen etwas anderes ist als mit-leiden. Die 2000jährige historisch-gesellschaftliche Prägung des Abendlandes werden wir nicht einfach beiseite schieben können bzw. mit einem Qi-Log Artikel ein für alle Mal beenden können. Wir können hier ein bestimmtes Verständnis entwickeln und im Rahmen der Qigong-Praxis kultivieren!

Zuerst wollen wir zwei interessante Worte aus dem Sanskrit besprechen, was sie im buddhistischen Kontext bedeuten und wie sie hier bei uns verstanden und verwendet werden: Bodhicitta und Karuna.

Bodhicitta

Das Wort selber besteht aus zwei teilen: Bodhi, das Erwachen und City, der Gedanke. Der Gedanke ans Erwachen, die Absicht, die Intention zu Erwachen. Oder der wache Gedanke?

Übersetzt wird es ins Englische oft mit “loving compassion”, liebendes Mitgefühl – da ist vom wachen Gedanken keine Spur. Aber eine gute erste Annäherung, wenn man anfänglich den Begriff bzw. den Buddhismus in den Westen bringen wollte.

C.R. Lama sagt in einer seiner prägnanten Belehrungen, dass relatives Bodhicitta dem Wunsch entspricht den fühlenden Wesen zu helfen. Absolutes Bodhicitta ist Shunyata, die Leerheit an sich. 

 

Karuna

Das Wort im Sanskrit für Mitgefühl ist tatsächlich Karuna. Mitgefühl ist eine der vier unermesslichen Tugenden, in denen sich die Boddhisattvas auf ihrem Pfad üben. Gleichmut, Liebe, Mitfreude vervollständigen das Quartett. 

Im späteren Mahayana-Buddhismus ist der Boddhisattva-Pfad der Weg zum Erwachen. Alle fühlenden Wesen soll gleichermaßen geholfen werden, sich aus Samsara, dem ewigen Kreislauf der Existenz zu befreien. Dazu versprechen die Bodhisattvas selbst erst ins Nirvana einzutreten, wenn alle Wesen befreit sind. 

Um jetzt wieder zum Wesentlichen zurückzukommen: Karuna, das Mitgefühl ist mit den anderen drei unermesslichen Tugenden ein wichtiger Teil der Bodhisattva-Praxis. 

Im nächsten Abschnitt wollen wir uns kurz anschauen, wie wir Karuna üben können, ohne ins Mitleiden zu verfallen.

Karuna in der Praxis

Ohne lange Erklärungen möchte ich jetzt gleich zur Praxis kommen. Für mich selber habe ich diese Idee in letzter Zeit erprobt und möchte sie hier kurz vorstellen:

Am besten übt es sich in einem ruhigen, entspannten Zustand – etwas Qigong kann hier hilfreich sein;)

  1. Zu Beginn einen einfachen, neutralen Gegenstand in einer angenehmen Distanz auswählen.betrachten.
  2. Den Gegenstand betrachten, ohne Bewegung in den Muskeln der Augen. Es stellt sich ein Zustand des reinen Betrachtens ohne weitere Gedanken ein – es ist einfach kein Platz für Gedanken.
  3. Eine Verbindung zum Gegenstand wird spürbar, immer noch im reinen Betrachten bleiben.
  4. Im Inneren wird ein Echo spürbar, immer noch im reinen Betrachten bleiben.
  5. Das Echo weder festhalten, noch zurückweisen. Vom Betrachten in einen Augenblick der inneren Freude wechseln und damit das Echo verklingen lassen.
  6. Üben. Üben. Üben 🙂

Am Anfang sind einfache neutrale Gegenstände gut, später klappt es auch mit lieb gewonnen  Dingen und mit etwas Übung auch in einem Gespräch. Die Hauptabend-Nachrichten würde ich mir erst etwas später als Übungsfeld auswählen.

Über die Details, das Warum & Wieso dieser schlichten und doch anspruchsvollen Methode werde ich vielleicht später noch etwas schreiben – jetzt würde mich interessieren, wie es dir damit geht? Also, bitte ausprobieren und einen Kommentar schreiben! Danke in voraus!

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Hier findet sich so manches Verwunderliches, Beeindruckendes, Empfehlenswertes, Wissenswertes, Erfreuliches, Wichtiges, Humorvolles – und mehr.

Lesen auf eigene Gefahr.
Kann zum Denken anregen.
Enthält garantiert keine Nüsse.

Kommentare sind ausdrücklich erwünscht.

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